Die Transferzeit für diesen Sommer ist vorbei. Nun kehrt wieder etwas Ruhe ein im Bundesliga-Alltag, keine störenden Nebengeräusche mehr – zumindest was die Kader-Zusammenstellung der Mannschaften angeht.
Beim HSV kam Euphorie auf nach dem Einzug in die Champions-League Gruppenphase. Man konnte Osasuna Pamplona zwar in zwei Begegnungen nicht schlagen, aber aufgrund der Auswärtstorregel bog man die Spanier mit einem Gesamtscore von 1:1 (0:0 und 1:1).
Aber reicht der Kader tatsächlich für den Verbleib in der Königsklasse oder zumindest für den dritten Tabellenplatz, der gleichbedeutend mit dem Einzug in den UEFA-Cup wäre, wo man letzte Saison bereits im Achtelfinale scheiterte?
Schließlich verließen die „3 B’s“ van Buyten, Barbarez und Beinlich im Sommer den HSV.
Mit Sergej Barbarez wurde man sich finanziell nicht einig. Ein schwerer Verlust. War er doch der Chef am Platz - wenngleich die Kapitänsbinde wer anderer trug - er war der Chef, er bestimmte, wo’s lang ging, er verteilte vorne die Bälle und schoss auch selbst Tore. Jetzt wo er weg ist, fehlt die Hierarchie im Team. Man brauchte also dringend einen Stürmer.
Am Ende kamen sogar drei.. Zum einen Boubacar Sanogo, der Ivorer, der zuletzt bei Kaiserslautern kickte und 10 Tore in 24 Spielen erzielte. Er wird zwar Barbarez nicht 100%ig ersetzen können, jedoch ist er immer für ein Tor gut. Das bewies er bereits in den ersten drei Ligaspielen, wo er in jedem Spiel einmal traf.
Paolo Guerrero zog es von den Bayern an die Elbe. Man munkelt, dass es ein Tauschgeschäft zwischen dem HSV und den Münchnern gab, um den Preis von van Buyten zu drücken.
Der Peruaner traf bei den Bayern regelmäßig, ja er war sogar der effektivste Stürmer der Bundesliga in der letzten Saison. In Hamburg konnte er das bis jetzt noch nicht bestätigen. Er kämpft mit Lauth um einen Fixplatz in der Startelf.
Dazu kommt noch Danijel Ljuboja der einst bei Paris Saint Germain engagiert war. Er ging letzte Saison leihweise zum VfB Stuttgart und wurde dort beinahe zu den Amateuren abgeschoben weil er kurz nach der Vertragsunterzeichnung mehr Geld wollte. Der HSV leiht ihn bis Saisonende aus. Kaufoption ist im Leihvertrag inbegriffen
Daniel van Buyten, das zweite „B“, zog es zu den Bayern, wo er gemeinsam mit Lucio in der Innenverteidigung gesetzt ist. Der Abwehrrecke hielt in Hamburg hinten alles zusammen und wenn vorne mal gar nichts ging, nahm er sich ein Herz und stürmte selber mit.. Natürlich ist sein Weggang ein großer Aderlass, jedoch fand man mit Vincent Kompany gleichwertigen, jüngeren Ersatz. Der Belgier, der als Innenverteidiger die Rückennummer 10 trägt, ist 20 Jahre alt und für sein Alter sehr weit. Er wird seinen Weg gehen.
Das dritte „B“ heißt Stefan Beinlich. Auch er verlies den HSV im Sommer. Für ihn ging es in Richtung Rostock. Seinen Platz wird über kurz oder lang Piotr Trochowski, ebenfalls ein junger Bursche, einnehmen. Der Beidfüßer ist immer für ein Tor aus der zweiten Reihe gut.
Khalid Bouhlarouz, man könnte ihn fast als viertes „B“ nennen, als dieses wurde er aber trotz sensationeller Leistungen nicht anerkannt, ging nach London. Den „Kannibalen“ würden die HSV-Fans am liebsten selbst verspeisen nach seiner Aktion kurz vor dem Rückspiel in Pamplona. Der Knöchel tat angeblich weh. Im Hinterkopf hatte er das gut dotierte Angebot von Chelsea. Hätte er also an diesem Abend gespielt, dürfte er nicht für die „Blues“ in der Champions-League antreten.
Ein netter Plan also vom Holländer, den sterbenden Schwan zu mimen. Offiziell sagte er natürlich, dass er ein ehrlicher Mensch sei, aber die Fans sind fest der Meinung, dass alles nur vorgespielt war. Das wurde quasi von den Medizinern bestätigt – denn diese fanden keine Verletzung....
Nun gut, Bouhlarouz war weg. Tage später stellte man Joris Mathijsen als Ersatz vor. Eine bessere Alternative, möchte man, aufgrund der Tatsache, dass er Khalid aus der WM-Startelf Hollands drängte, meinen.
Zu guter letzt holte man für die Abwehr noch den argentinischen Teamkapitän Juan Pablo Sorin. Die Gründe warum man ihn holte? Atouba laboriert immer noch an seiner Leisten-Verletzung und hegt außerdem Abwanderungsgedanken. Mit Sorin holte man einen 30-jährigen Linksaußen-Verteidiger. Er könnte Barbarez’ Platz als Chef einnehmen. Er selbst sagt, man muss in diese Rolle hineinwachsen. Aber ob dafür überhaupt Zeit bleibt, sei dahin gestellt. Immerhin wechselte der Argentinier seit 1994 neun mal den Verein.
Man wird sehen, ob die Mannschaft sich schnell genug einspielt. Bereits am 13. September trifft man auf Arsenal, die aber bekanntlich auch keine Kracher geholt haben in dieser Transferzeit.
www.vwsoft.de